Gipsbinden kennt jeder aus der Unfallambulanz, dabei sind sie eines der dankbarsten Bastelmaterialien überhaupt: günstig, schnell fest und verzeihend. Mit ein paar Regeln werden daraus Masken, Schalen und Erinnerungsstücke statt klebriger Enttäuschungen.
Die Binden bestehen aus Mullgewebe mit eingelagertem Gipspulver: kurz in Wasser getaucht, lassen sie sich um fast jede Form legen und härten binnen Minuten an. Nach vollständiger Trocknung entsteht eine feste, schleif- und bemalbare Oberfläche.
Für Kinderhände ist das Material ideal, weil es keine Präzision verlangt: Schief gelegte Streifen verschwinden unter der nächsten Lage.
Gipsbinden im praktischen Mehrfachpack finden sich etwa bei Navaris im Bastelbereich, für Familienprojekte lohnt der Vorrat, denn eine Rolle ist erfahrungsgemäß schnell verbaut.
Gips bindet unter Wärmeentwicklung ab: Bei dünnen Bastelschichten bleibt das harmlos, doch großvolumige Abgüsse, in die Körperteile eingebettet werden, können ernsthafte Hitze entwickeln. Hände oder Füße niemals in einen Eimer angerührten Gips tauchen und aushärten lassen, solche Unfälle enden mit schweren Verbrennungen.
Für Abdrücke direkt auf der Haut gilt: großzügig Vaseline als Trennmittel, nie auf Wimpern, Brauen oder Haaransatz arbeiten, Nasenlöcher immer komplett frei, und ein Erwachsener bleibt durchgehend dabei. Wer auf Nummer sicher gehen will, formt über einer Rohmaske aus dem Bastelbedarf statt auf dem Gesicht.
Gipsreste und Spülwasser gehören nicht in den Abfluss, dort härten sie im Rohr aus. Das Wasser absetzen lassen, den Bodensatz in den Restmüll geben.
Binden vorab in handliche Streifen schneiden, lauwarmes Wasser in flacher Schale bereitstellen, Unterlage und Kittel anziehen, denn Gips staubt und spritzt. Jeden Streifen nur kurz tauchen, leicht abstreifen, auflegen und mit nassen Fingern glattstreichen.
Drei Lagen ergeben stabile Objekte; zwischen den Bastelrunden die Hände eincremen, Gips trocknet die Haut spürbar aus.
Angehärtet ist das Werk nach einer halben Stunde, durchgetrocknet je nach Dicke nach ein bis zwei Tagen an der Luft, nicht auf der Heizung, das gibt Risse. Danach lässt sich schleifen, grundieren und mit Acrylfarben bemalen; ein Klarlack macht Schalen wischfest, lebensmittelecht werden sie allerdings nie.
Gipsbinden verbinden Werkstatt-Gefühl mit Kindergarten-Fehlertoleranz, und das für wenig Geld. Wer die Hitze-Regel und den Hautschutz ernst nimmt, bekommt Nachmittage, an denen echte Dinge entstehen, und ein paar davon überleben Jahrzehnte auf dem Regal.